Kultur ohne Grenzen

 
 

 

 

 

Vorläufiges Jahresprogramm 2022

Sonntag, 22.05.2022 – 15:00 Uhr - Kulturbahnhof Jülich
Ofer Golany & Alexander Meyen
Ein poetisches Friedenskonzert

Freitag, 18.06.2022 – 19:00 Uhr – Brückenkopfpark Jülich
You shall rise / Dianka Kouamé & Sasan Azodi
Eine musikalische Reise durch Afrika und den Orient

Sonntag, 10.07.2022 – 15:00 Uhr – Kulturbahnhof Jülich
Überraschungsgäste
Ein Gedenkkonzert für Marijke

Sonntag, 31.07.2022 – 15:00 Uhr – Kulturbahnhof Jülich
Verschiedene Musiker
Ein Benefizkonzert für die Ukraine

Freitag, 05.08.2022 – 19:30 – Evangelische Kirche Linnich
Mitra Gaast / Sanaz Zaresani / Benjamin Stein
Spuren aus dem Iran – Feuer fragt nicht - Ein literarisches Konzert

Sonntag, 28.08.2022
Babylon Tamam / Romano Trajo
Eine musikalische Reise durch Osteuropa und den Balkan




Ein poetisches Friedenskonzert

Sonntag, 22.5.2022, 15:00 Uhr

Kulturbahnhof Jülich

Der jüdische Gitarrist und Friedensaktivist Ofer Golany tritt gemeinsam mit dem Geiger Alexander Meyen aus Köln als Gast bei Kultur ohne Grenzen im Jülicher Kulturbahnhof auf.

Politisch-poetischer Liedermacher, Globetrotter und musikalischer Friedensaktivist: Ofer Golany ist in Jerusalem geboren, lebt nach seiner Jugend in mehreren Städten der USA und heute wieder in Israel. Er musizierte sowohl mit US-amerikanischen Veteranen in Boston und San Francisco als auch mit Kriegsversehrten in Bosnien. Auf seinen Reisen in Europa und Indien trat er mit etlichen Duos, Trios und mehrköpfigen Bands oder als Solist auf. Sein breit gefächertes musikalisches Repertoire umspannt mühelos Jazz, Blues und Folk, mit einem unverkennbaren Einfluss des Klezmer, im Zusammenklang mit Rhythmen des Samba, Swing und Flamenco, und spiegelt damit all die Erfahrungen wider, die Ofer in Israel, Palästina und auf seinen Reisen gesammelt hat. Meist singt er in englisch, gelegentlich auch in hebräisch, deutsch oder anderen Sprachen. Seit Jahren spielt er, der israelische Kriegsdienstverweigerer, zusammen mit Alexander Meyen, dem fremdenfreundlichen Geiger mit jüdischen Wurzeln aus Köln. Gemeinsam verpassen sie ihrem Publikum eine musikalische, zeitweise meditative und humoristische Seelenmassage.

Beginn: 15:00 Uhr
Einlass: 14:00 Uhr
Eintritt frei - Die Künstler freuen sich jedoch über eine Spende

Eine Anmeldung bzw. Buchung ist gewünscht unter:

Telefon: 02461-346643
eMail: info@kuba-juelich.de
Web: www.kuba-juelich.de
Weitere Informationen unter:
eMail: kontakt@kultur-ohne-grenzen.de




Eine musikalische Reise in den Orient

„Oriental Jazz“: Mohamed Najem und Sanaz begeistern am Kulturbahnhof und lassen keine Spur vom trüben Sommer.

von Silvia Jagodzinska

Mitreißende orientalische Rhythmenverschmolzen mit Jazzstandards, arabische Melodien umspielten westliche Harmonien im Biergarten des Kuba - und brachten damit Leben in die Tristesse des Sommers. Das Doppelkonzert unter dem Titel „Oriental Jazz“, zu dem „Kultur ohne Grenzen“ geladen hatte, eröffnete der aus Bethlehem stammende Komponist, Klarinettist und Ney-Spieler Mohamed Najem mit seinen „Friends“. Das sind Pianist Clement Prioul, Bassist Thomas Possner und DrummerBaptiste Castets.

Najem, der besonders in Frankreich bereits bekanntist, konzertierte erstmalig in der Region. In englischer Sprache schilderte er dem interessierten Publikum Episoden aus seinem Leben, die sich in seinen Kompositionen mit musikalischen Elementen aus Griechenland, der Türkei oder dem Balkan, aber auch mit Kleszmer-Komponenten wiederfanden. Durch sein exzellentes Spiel auf der Klarinette, verbunden mit dem einen oder anderen eindrucksvollen Basssolo von Possner, nahmen die Geschichten für den Zuhörer Gestalt an. Beispiele sind Najems Wegstrecke von „Betlehem nach Anger“, „Floor no. 4“, den er in Haifa bewohnte - mit wunderschönem Blick auf einen See, an dem bereits sein Großvater lebte. Eines seiner Stücke heißt schlicht „Bus“. Die Melodie ließ das Publikum das allmähliche Kennenlernen der anderen Buspassagiere im täglichen Alltag nachempfinden. Mit passenden Klatschrhythmen untermalten die Zuhörer auf Anfrage gerne das gelungene Oriental-Jazz-Repertoire. In den letzten Stücken bat Najem Gastmusiker Benjamin Stein auf die Bühne, der die Tantoor und die Ouder klingen ließ. Mit ihrem sehr gefühlsbetonten Lied in arabischer Sprache über das „Gespräch mit einer Nelke“ startete Sanaz aus dem aserbaidschanischen Teil des Iran ihr mystisches Bühnenprogramm. Die Nelke erinnere „an die aufgehende Sonne“, die die Dichterin und Sängerin mit der kürzlich verstorbenen Marijke Barkhoff-Freeling in Verbindung brachte, Gründerin des gastgebenden Vereins „Kultur ohne Grenzen“. Dessen Vorsitz hat nun Hartmut Capellmann inne.

Aus Sanaz‘ Feder stammt ein „sehr besonderes Lied“, eine Komposition von Benjamin Stein, in der die Iranerin schöne Erinnerungen an ihre Heimat wie Mosaiksteine aneinander reiht: „Wunderschöne Menschen, ein wunderschönes Land, aber schlimme Regierungen“, brachte sie den Inhalt auf den Punkt. Sanaz spielte so viele Jahre mit den „Wörtern“ in ihrer Muttersprache, durfte sie aber im Iran nicht veröffentlichen. Weil sie ihr Leben dort „wie unter einer Glocke“ empfand, die ihr „die Luft zum Atmen nahm“, verließ sie das Land 2008. Sie zog in die Türkei, anschließend nach Deutschland. Seit 2010 wird sie von „Kultur ohne Grenzen“ unterstützt. In diesem Jahr erschienen auch ihre Gedichte zum ersten Mal zweisprachig, in Deutsch und Farsi. Aus ihrem neuen Gedichtband „Silhouette“ las sie nacheinander in beiden Sprachen „Die Fremdsprache der Liebe“, das mit den Worten beginnt: „Du hast keine Lust, meine Liebesgedichte zu hören. Lass uns über Politik reden, über die Krisengebiete meines Körpers, überfüllt von Kerkern.“

In Verbindung mit einem späteren türkischen Lied verriet sie ihren persönlichen Sinn des Lebens, nämlich: „Glücklich zu sein und die anderen glücklich zu machen.“ Ihre Begleitmusiker waren Benjamin Stein an den Kurzhaltlauten Oud und Baglama, der zither-ähnlichen Santoor und der Langhalslaute Tar, Bassist, Bratschist und Geiger Uwe Böttcher und Percussionist Steffen Thormählen. In einem abschließenden dritten Konzertteil fanden sich Sanaz und Mohamed Najem mit all ihren „Friends“ gemeinsam auf der Bühne wieder. Sie interpretierten türkisch-aserbaidschanische Lieder und zwei Eigenkompositionen. Das begeisterte Publikum harrte bei Regenschauern und kühlen Temperaturen bis zum Endeaus, spendete begeisterten Applaus und etliche Scheine und Münzen ins Sammelkörbchen.




Konzert der Band „Les Étoiles de Boulbinet“ im Jülicher Kulturbahnhof

Die Band „Les Étoiles de Boulbinet“: Alexander Forves (Kuba), Keka (Kroatien), Joe Coka Camara (Guinea), Karim Camara (Guinea), Lansana Tokaito (Guinea) (v.l.)

Am 8. August fand in Jülich ein ungewöhnliches Ereignis statt. Bereits am helllichten Tag leuchteten die Sterne im Bereich des Kulturbahnhofs auf: „Die Sterne von Boulbinet“ (franz. „Les Étoiles de Boulbinet“). Vom ersten Trommelklang an eroberten traditionelle guineische Rhythmen das Publikum im KuBa-Biergarten im Sturm. Im Rahmen des „Jülicher Afrikasommers“ lud der Verein „Kultur ohne Grenzen“ einmal mehr zu einem internationalen Fest aus Musik, Farbe und nicht zuletzt Bewegung ein. Vor den mitreißenden Percussion-Tönen der Band um Karim Camara gab es kein Entkommen. Mitwippen, Mitsingen und ausgelassenes Tanzen beherrschte während des Konzerts die Gemüter der Gäste. Der Vollblutmusiker, Instrumentenbauer und Percussion-Lehrer Camara stammt aus Conakry, der Hauptstadt Guineas, und wohnt seit vielen Jahren in Boslar. Für den Vereinsvorsitzenden Hartmut Capellmann ist er also ganz klar „ein fast Jülicher Jong“. Mehr noch als durch dieses charmante Anmoderieren vereinnahmte der Sänger und Bandleader das Publikum für sich durch absolut freie Bühnenpräsenz, charismatische Singstimme und selbstverständlich durch seinen Umgang mit den Trommeln. Dass leidenschaftliches Trommeln allen Bandmitgliedern nicht einfach in die Wiege gelegt worden ist, sondern eines virtuosen musikalischen Könnens bedarf, konnten die Konzertgäste lediglich intuitiv erahnen und instinktiv erspüren. Von einer versierten Kritik des Auftritts sei jedem abzuraten- es sei denn, man übe einen täglichen Umgang mit den musikalischen Instrumenten wie Djembe, Congoma, Conga, Cajon, Balafon oder gar mit der Handpan aus. Ein Versuch, das Gehörte nach gewohnten musikalischen Maßstäben zu werten, würde in diesem Fall an Anmaßung grenzen. Doch die unbestrittene und für jeden Zuhörer erfahrbare musikalische Stärke des internationalen Ensembles „Les Étoiles de Boulbinet“ liegt in der begnadeten Fähigkeit, sprachliche Grenzen und kulturelle Unterschiede zu überwinden. Mit uralten, wie aus tiefster Seele vorgetragenen Gesängen wurden die Qualen einer unerfüllten Liebe und das karge Los der hungernden afrikanischen Bauern mit dem Publikum geteilt. Ursprüngliche, reine Klänge entführten die Gäste in die Schönheit des westafrikanischen Landes. Schnelle, durchdringende Rhythmen der selbstkomponierten Protestsongs prangten politische Korruption und die Verschmutzung der Erde an. Alle Lieder wurden ausschließlich in den traditionellen melodischen Sprachen der guineischen Volksgruppen Susu, Malinke und Peul vorgetragen. Die universelle Aussage der Texte ist allein durch die suggestive musikalische Begegnung in Jülich verstanden und gefeiert worden.

Marzena Vomberg




Facettenreichtum der Musikkultur Afrikas

Mitreißende Musikbeiträge animierten Publikum zum Mitmachen

Besinnlich, tiefgründig, aber auch unterhaltsam und fröhlich mitreißend war das Programm des Künstler Trios, das für den Verein „Kultur Ohne Grenzen“ den zweiten Teil der Konzertreihe „Jülicher Afrikasommer“ gestaltete.

Musik hat keine Grenzen und auch für Künstler sollte es keine Grenzen geben. Umso mehr Bedeutung hat die Arbeit des Vereins, der Künstler aus allen Ländern und aller Kontinente zusammenbringt und sie unterstützt, ihre Kunst zu leben, auszuüben und zu vermitteln.

„Musical roots from Ivory Coast“ bewies, wie vielfältig die Ausdruckskraft gerade der Lieder des afrikanischen Kontinentes ist. Dianka Kouamé, die in der Stadt Dabou an der Elfenbeinküste aufwuchs und jetzt in Brüssel lebt, sang in Englisch, Französisch, Niederländisch, aber auch in der Sprache ihrer Heimat, in Soualim, einem Dialekt aus der Stadt Ahondo. Ihre Ausbildung zur Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin absolvierte sie in Abidjan in Afrika. Ihre starke Ausdruckskraft machte die Darbietung ihrer Lieder und ihre Texte sehr lebendig. Mit Tanz und Gestik wurden sie zu kleinen Theaterstücken, in denen sie von den großen Gefühlen und Werten der Menschen erzählt. Die feinen Nuancen traf sie ebenso wie die heiteren, temperamentvollen stilsicher in ihrer Performance.

Ihre Ausstrahlung und ihr bezauberndes Lächeln ließen ihr die Herzen der Zuhörer zufliegen.

Der studierte Jazz-Gitarrist Sasan Azodi aus Aachen verwebte iranische Elemente mit Jazz und westlichen Klängen in seinen eigenen Kompositionen. Als Solist berührte er mit seiner Eigenkomposition und Hommage an die kürzlich verstorbene Gründerin des Vereins, Marijke Barkhoff, mit dem Titel „Ton beau visage“. Die langjährige musikalische Partnerschaft mit Dianka Kouamé wurde deutlich im Zusammenklang und der großen Harmonie, mit der die beiden Künstler gestalteten und improvisierten.

Große Bereicherung erfuhr das Programm durch Karim Camara aus Linnich, der als Sänger und Perkussionist wirkte. In Conakry, in der Hauptstadt von Guinea geboren, bereicherte er das Programm mit eigenen Kompositionen und untermalte Gesang und Gitarre mit starken Rhythmen.

Das Publikum ging begeistert mit, klatschte, tanzte und sang. Der große Applaus für ein besonderes Konzerterlebnis wurde mit zwei Zugaben belohnt.




Nachruf

Wir trauern um

Marijke Barkhoff

deren Tod nach langer und schwerer Krankheit uns tief erschüttert hat. Marijke gründete den Verein Kultur ohne Grenzen e. V. im Jahr 1999, war lange Zeit Vorsitzende des Vereins und zuletzt Ehrenvorsitzende.

Eine persönliche Begegnung brachte sie auf die Idee, sich um die Unterstützung von Exilkünstlern und -künstlerinnen bei ihrem Neuanfang in Deutschland zu kümmern und dadurch ein Zeichen für Toleranz und Integration zu setzen. Durch ihre herzliche und zupackende Art verdiente sie sich das Vertrauen und die Anerkennung ihrer Schützlinge, die ihr viel verdanken und sich durch sie als Teil einer großen Familie fühlen. Gewürdigt wurde dies u. a. im Jahr 2014 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Wir werden Ihr ein ehrendes Andenken bewahren und die Arbeit im Verein nach besten Kräften in ihrem Sinne fortsetzen.

Unser besonderes Mitgefühl gilt ihrem Ehemann und der Familie.

Im Herbst werden wir auf Wunsch der Angehörigen ein Gedächtniskonzert für Marijke veranstalten.

Für den Vorstand

Hartmut Capellmann

Kultur ohne Grenzen e.V.









Über uns














Mehr über Kultur ohne Grenzen finden Sie hier.













 




 

Aktuelles